ZEIT

30. November 2015

Gestern fragte mich der Pepe "Mama was ist eigentlich Zeit?"

hmmm ja gute Frage!
Also als Erzieherin bin ich es ja gewohnt Kinder-Fragen gestellt zu bekommen (die echt oft alles andere als leicht zu beantworten sind, zum Glück gibts googel ;-) )aber diese konnte ich jetzt wirklich nicht so easypeasy beantwortet ich versuchte es, stotterte paar unbrauchbare Sätze vor mich hin (warum fragt der mich sowas dieser zwei Jahre alte kleine Junge!?!?)  und rief dann den Chri hinzu.
Während er anfing zu erklären war ich mit meinen Gedanken schon woanders.

Wie kommt er auf diese Frage??? Irgendwie bekomme ich direkt ein schlechtes Gewissen... das bekomm ich schnell, weil ich mir oft unsicher bin wie viel Zeit gehört meinem Kind??? Wie viel Zeit gehört mir für mich, meinem Mann, meiner Arbeit, anderen geliebten Menschen,.... hmmmm da hat er mich wohl mal wieder ertappt.

Aber um zu seiner Frage zurück zu kommen... ZEIT was ist das.... sooo etwaswas kostbares und oft frage ich mich wie ob ich meine frei verfügbare Zeit richtig nutze. Aber wie nutzt man Zeit richtig!?
Für mich ist auf jeden Fall wichtig das ich für alles was mir wichtig ist Zeit nehme. Also an erster Stelle steht ja das Kind und die Familie aber nehme ich mir immer genug Zeit für meine Liebsten?

Andere Dinge wie die Arbeit, Haushalt, Dinge die man so erledigen muss und und und also Sachen "Beschäftigungen" die man sich nur bedingt aussucht fressen oft viel mehr Zeit. Irgendwie bin ich seitdem ich Mama bin nicht mehr so gelassen wie ichs früher war, was Haushalt und Co. angeht. Jetzt kann ich halt nicht mehr die Tür hinter mir zuknallen alles liegen lassen, zum schlafen heim kommen und morgens früh aus dem Haus. Früher hat mich es mich oft echt nicht gejuckt wenns aussah als hätte ne Bombe eingeschlagen, über spontane Besuche hab ich mich nicht immer gefreut, dass konnte unter umständen peinlich werden. Naja mittlerweile kann ich nur noch schlecht liegen lassen, erledige Dinge am liebsten gleich mag es wenn alles ordentlich, sauber und schön ist. Ich hasse das Gefühl von Druck, was sich in mir auftut wenn meine To Do Liste zu lange wird.
Auch das berieseln lassen vom TV, Facebook, Instagram raubt einiges Zeit, Zeit die man oft auch anders nutzen können... aber ist diese Zeit jetzt verschwendete Zeit oder meine Auszeit, keine Ahnung...

Zeit ist für Kinder noch sowas von unwichtig, also dachte ich bis heute, bzw. hab ich mir noch nie so richtig Gedanken drüber gemacht. Aber wenn ich an meine Kindheit zurück denke, war Zeit glaub kein Thema... höchstens das ich die Zeit im Spiel gerne mal vergessen habe, zu spät heim kam und schönes zu schnell rum ging.

Ich dachte Kinder kennen das Gefühl von Zeitdruck/ Zeitstress noch nicht.
Ich war der Meinung manchmal vergeht die Zeit zu schnell für sie zu schnell, wenn etwas schön ist und zu langsam, wenn was doof ist, sie warten müssen ("Lena wann kommt meine Mama endlich?") Ja das Gefühl von Langeweile kennen die kleinen auch schon, wobei ich das ja wichtig finde denn erst wer Langeweile erlebt, wird kreativ (und manche Kinder können echt gut Langeweile aushalten, super denn die Kinder die gut Langeweile aushalten können greifen später weniger schnell zu Drogen und Alkohol) !!!

Kinder genießen es sooo sehr wenn man sich wirklich Zeit für sie nimmt, sie ernst nimmt, ihnen zu hört, sie sich gesehen, gehört fühlen! Für die Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern finde ich es wichtig sich mit ihnen auf eine Stufe zu stellen, damit meine ich, das wir uns Zeit für ihre Fragen, Wünsche, Visionen, Ängste, ihren Ärger und ihre Geschichten nehmen, ihnen zuhören, wenn wir ihnen "STERNSTUNDEN" schenken und sie unterstützen ihre Wünsche wahr werden zu lassen.

PARTIZIPATION

Eine Sternstunde am Tag ist bei uns das ins Bett bringen. Entweder lesen wir Buch und oft unterhalten wir uns. Der Pepe erzählt mir vom Tag, also erzählt mir von selbst was er im Kiga alles erlebt hat, was es zu essen gab, mit wem er gespielt oder gestritten hat, was er liebt wovor er sich fürchtet. Manchmal wird auch "nur"gekuschelt. Manchmal war ich auch genervt, das alle andern Kinder ins Bett gelegt werden können und alleine einschlafen, mittlerweile ist es für uns beide jeden Abend ein wunderschöner und inniger Moment. Den wir höchstens mit unserm Papa teilen.

Beim Blog schreiben wird mir gerade immer bewusster, das die "Zeit" auf jeden Fall Thema beim bei Kindern ist. Oft vertrösten wir Kinder, weil wir "Wichtiges" tun müssen und unsere Kinder müssen warten. Warten, warten, warten, bis wir Erwachsenen so gnädig sind und Zeit für sie haben.
Ich finde es deshalb ja auch sehr wichtig das Kinder schnellstmöglich viel und schnell alleine machen können. Aber wir müssen uns eben auch wenn sie groß sind und schon vieles selbst können für diese STERNSTUNDEN Zeit nehmen. Und diese Sternstunden können für uns banale Dinge sein. Für ein sechs Jahre altes Kind mit zwei jüngeren Geschwistern kann schon eine STERNSTUNDE sein von einer geliebten Bezugsperson angezogen zu werden. Ich erlebe das auf der Arbeit oft. "Kannst du mich anziehen?" Die Antwort lautet oft "NEIN, du kannst das schon alleine!" Ja kla kann er das, will aber vielleicht grad nicht, ist müde, faul, will den Körperkontakt zur Bezugsperson beim angezogen werden genießen, will das es schnell geht,... . Sie könnt aber auch lauten: "Ja kla mach ich!"

So und jetzt ist Schluss jetzt hab ich keine Zeit mehr, weil jetzt kommen meine Männer und denen gehört jetzt meine Zeit!

Zurück